3. SSW

Dritte Schwangerschaftswoche

Folsaeure in der 3. SSW

Folsaeure fuer die Zellteilung

Lebensmittel mit Folsaeure
Grey59 / Pixelio.de
In der 3. SSW benötigt der Körper einer Schwangeren besonders viel Folsäure, um den Entwickungsbedürfnissen des Embryos gerecht zu werden. Da die meisten Frauen allerdings in diesem frühen Stadium noch gar nichts von ihrer Schwangerschaft wissen, raten Ärzte, bei Kinderwunsch unbedingt bereits einige Wochen vor Beginn einer Schwangerschaft auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure zu achten. Folsäure gehört zur Gruppe der B-Vitamine und ist für alle Prozesse der Zellteilung und Zellneubildung unentbehrlich. Fehlt dieses Vitamin in der 3. SSW, kann dies zu einem so genannten Neuralohrdefekt führen, der beim Kind irreparable Gehirnschäden oder einen offenen Rücken zur Folge hat. Das Neuralohr ist bei einem Embryo die erste Anlage des Zentralnervensystems. Es entsteht, wenn sich das äußere Keimblatt des Embryos an seiner Rückenseite (der Neuralplatte) an den Seiten einrollt. Diese seitlichen Wölbungen bilden zunächst die Neuralrinne.

Folsaeuremangel verursacht Entwicklungsschaeden

Wenn sich in der 3. SSW diese Neuralrinne schließt, um sich ins Körperinnere zu verlagern, bildet sich das Neuralohr, aus dem sich das Zentralnervensystem des Menschen in Form von Gehirn und Rückenmark entwickelt. Kann die Neuralrinne in diesem frühen Schwangerschaftsstadium nicht oder nur unzureichend geschlossen werden, ruft dies beim Ungeborenen gravierende Entwicklungsschäden hervor. Irreparable Hirnschäden, ein Wasserkopf oder eine spina bifida (gespaltenes Rückgrat, meist als „offener Rücken“ bezeichnet) sind die häufigsten Symptome eines Neuralohrdefekts. Viele Frauen im gebärfähigen Alter sind nachweislich nicht ausreichend mit Folsäure versorgt, um den verdoppelten Bedarf des Vitamins in der Schwangerschaft abdecken zu können. Der Körper kann Folsäure zudem nicht lange speichern, daher muss es täglich aufgenommen werden. Da die Folsäure-Aufnahme alleine über Nahrungsmittel nicht immer ausreichend gewährleistet werden kann, wird Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch daher ein Nahrungsergänzungspräparat empfohlen, dass auf die Bedürfnisse dieser Zeit abgestimmt ist. Der tägliche Folsäure-Bedarf in der Schwangerschaft wird auf etwa 0,4 bis 0,6 mg oder 400 bis 600 µg (Mikrogramm) geschätzt.

Nahrungsmittel mit Folsaeure

Blattspinat
wrw / Pixelio.de
Nahrungsergänzung ersetzt jedoch keine gesunde Ernährung, in der ebenfalls ausreichend Folsäure vorkommen sollte. Natürliche Folsäure kommt zum Beispiel in Nüssen, Sojabohnen, Weizenkeimen, Hülsenfrüchten, Eigelb, Milchprodukten, Kartoffeln, Reis, Trauben, Kirschen, Orangen oder Tomaten vor, außerdem in allen grünen Blattgemüsen wie Spinat, Salat oder Kohl. Auf tierische Leber, die besonders viel Folsäure enthält, sollte in der Schwangerschaft jedoch besser verzichtet werden, da eine Überdosierung des darin enthaltenen Retinols dem Baby schaden kann. 100 g Erdnüsse enthalten etwa 126 µg Folsäure, 100 g Feldsalat etwa 145 µg, 100g Weizenkeime etwa 330 µg und ein Hühnerei etwa 130 µg. Folsäure ist wasserlöslich und reagiert empfindlich auf Sauerstoff, Licht und Hitze. Daher kann es bei zu intensivem Waschen von Salat oder Gemüse leicht ausgewaschen werden. Auch zu langes Lagern von Lebensmitteln und Garen bei hohen Temperaturen kann dafür sorgen, dass sich das Vitamin verflüchtigt. Entsprechende Nahrungsmittel sollten daher möglichst frisch verzehrt und nur kurz gewaschen oder gegart werden.
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